Dein Nachlass – So wird der Nachlass wirklich gefunden!

Dein Nachlass – So wird der Nachlass wirklich gefunden!
22. September 2020 hejlife
In Vermächtnis
Dein Nachlass - So wird der Nachlass wirklich gefunden!

Wenn Du gerne möchtest, dass Dein Nachlass nach Deinem Tod auf jeden Fall gefunden wird, solltest Du nichts dem Zufall überlassen. Ein digitaler Nachlass eignet sich sehr gut dazu, ihn an einem sicheren Ort abzuspeichern, den Du vorab mit einer Vertrauensperson vereinbart hast. Doch es gibt noch eine ganze Reihe an anderen Vorkehrungen, welche Du in Sachen Testament wissen solltest, damit Dein Erbe in Deinem Sinne geregelt werden kann.

Dein Nachlass - So wird der Nachlass wirklich gefunden!

Die Problematik bei Vollmacht und Co.

Wenn Du dafür sorgst, dass digitales Guthaben an Deine Familie weitergegeben werden kann, betreibst Du nicht nur Vorsorge für Dich selbst, sondern auch für Deine liebsten Menschen. Hierzu kannst Du entweder einen Nachlassverwalter einsetzen und Du kümmerst Dich selbst darum, dass Deine Angehörigen nach dem Tod alles in Ruhe mit dem Notar klären können.

Die meisten Menschen möchten nicht, dass der Nachlassverwalter bereits vor ihrem Tod genau weiß, was mit dem Eigentum geschehen soll. Das ist ein ganz normaler Gedanke, für den Du Dich nicht schämen musst. Beim Thema Nachlass handelt es sich um ein sensibles Thema, welches entsprechend behandelt werden muss. Dennoch muss das Testament so aufbewahrt werden, dass es sich sicher ist und nach dem Tod sofort gefunden wird.

Versteckst Du das Testament zu gut, wird es vielleicht nach Deinem Tod nicht gefunden und Dein letzter Wille kann entsprechend auch nicht ausgeführt werden. Sogar ein digitaler Nachlass kann so gut zwischen anderen Dateien versteckt werden, dass Angehörige oder die rechtmäßigen Erben diesen nicht finden. Digitales Guthaben wäre in diesem Fall für immer verloren.

Mehr zum Thema Digitale Vollmacht – Was bedeutet eine digitale Vollmacht?

Dein Nachlass - So wird der Nachlass wirklich gefunden!

Testament gefunden: Was nun?

Wenn Du Deinen letzten Wille so festhältst, dass er auf jeden Fall gefunden wird, muss Dein letzter Wille auch befolgt werden. Wusstest Du, dass sich Menschen strafbar machen, die eine entsprechende Vollmacht zwar sehen, aber nicht an eine offizielle Stelle weiterleiten? Überlege Dir am besten, was in Deiner Wohnung auf jeden Fall verändert werden würde, wenn Du verstirbst. Dein Kleiderschrank würde sicherlich nicht einfach so stehen bleiben. Schließlich wird die Wohnung in andere Hände übergeben. Trotzdem ist es keine gute Idee, wenn der digitale Nachlass hier abgelegt wird.

Was passiert zum Beispiel, wenn der Schrank auf die Schnelle ausgeräumt wird und die Kleidung in Säcken verpackt das Haus verlassen? In dem Fall könnte man ein schriftliches Dokument schnell übersehen und niemand wird von Deinem letzten Willen erfahren. Falls Du das Dokument schriftlich statt digital aufsetzt – ganz gleich, ob per Hand oder am PC – solltest Du es bei allen anderen wichtigen Dokumenten ablegen. In die entsprechenden Ordner werden die verantwortlichen Personen ganz sicher hineinsehen. Und dann ist es wichtig, dass Sie Deinen letzten Willen sofort finden. Ordne ihn am besten an erster Stelle ein, damit man ihn garantiert nicht übersehen kann.

Mehr zum Thema Testament – Was genau ist ein Testament?

Das Nachlassgericht nutzen und letzten Willen durchsetzen

Kennst Du das Nachlassgericht? Falls nicht, solltest Du Dich mit diesem Thema dringend auseinandersetzen. Hier kann jedermann seinen letzten Willen in schriftlicher Form abgeben und die Menschen vor Gericht geben dieses Dokument zu gegebener Zeit dem Menschen, der als Erbe oder als Verwalter eingetragen wurde.

Beim Gericht gibt es eine spezielle Abteilung für den Nachlass, die sich mit diesem Thema auskennt. Du bekommst einen sogenannten Hinterlegungsschein, wenn Du hier Deinen letzten Willen hinterlegst. Anhand von diesem Schein können befugte Personen das Dokument abholen, falls Dir etwas zustößt. Natürlich geschieht das nicht kostenlos, sondern Du musst mit einer Gebühr zwischen 70 und 100 Euro rechnen. Die Kosten verändern sich über die Jahre. Wenn Du nicht selbst zum Gericht gehen möchtest, kannst Du auch eine Person Deines Vertrauens damit beauftragen. Das darf Dein bester Freund, aber auch ein Elternteil oder Dein Partner sein.

Mehr zum Thema Nachlassverwalter – Wie regelt man einen Nachlass?

Das Testamentsregister

In der Kammer für Notare wird es registriert, wenn Du Deinen letzten Willen beim Nachlassgericht abgegeben hast. Falls Du verstirbst, wird sich das Standesamt darüber informieren, ob es im Testamentsregister ein Dokument von Dir gibt. Ist das der Fall, wird gewährleistet, dass die entsprechenden Personen von Deinem letzten Willen erfahren und das Dokument zu Gesicht bekommen.

Wenn Du das Testamentsregister nutzt, hast Du auf jeden Fall gewährleistet, dass Deine Hinterbliebenen nicht im Dunklen tappen, sondern Deinen letzten Willen zeitnah erfahren. Das kostet zwar ein wenig Geld und auch ein bisschen Zeit, doch das lohnt sich ungemein.

Digitaler Nachlass: Eine praktisch Lösung

Willst Du weder das Nachlassgericht involvieren noch handschriftliche Dokumente hinterlegen, kann Du digitales Guthaben und alles andere auch auf eine einfache, bequeme Weise sichern. Speichere alle wichtigen Daten mitsamt Deinem letzten Willen auf einer Festplatte oder einem Datenstick ab und sorge dafür, dass der Erbe an Dein Testament kommt, wenn Du nicht mehr lebst. Informiere die Vertrauensperson darüber, dass es einen solchen Nachlass gibt und wo sie diesen findet. Dazu musst Du der betreffenden Person natürlich absolut vertrauen. Zudem ist es eine gute Idee, wenn Du nicht nur eine Sicherung aller wichtigen Passwörter, Nutzernamen und des Testaments selbst anlegst, sondern mindestens ein Backup erstellst. Lege das an denselben Ort.

Mehr zum Thema Digitaler Nachlass – Was gehört alles zum digitalen Nachlass?


Hinweis: Unsere Beiträge sind keine Rechtsberatung, für rechtliche Fragen sprich bitte mit einem Anwalt oder Notar. Fotohinweis: Titel: Photo by Joshua Earle on Unsplash, Small: Photo by My Life Journal on Unsplash, Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

Comment (1)

  1. Thomas 1 Tag vor

    Tja ich glaube das Kopfkissen hat hier ausgedient, ein Passwort-Manager ist nicht schlecht und meine Frau und ich haben einfach den jeweiligen Zugang. Soviel Vertrauen sollten beide haben. Viele Grüße Thomas

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*