Nachlassverwalter – Wie regelt man einen Nachlass?

Nachlassverwalter – Wie regelt man einen Nachlass?
9. Juli 2020 hejlife
In Vermächtnis, Vorsorge
Nachlassverwalter - Wie regelt man einen Nachlass?

Nach dem Tod eines Verstorbenen stellt sich die Frage, wer sich mit dem Vermögen des Verstorbenen beschäftigt und dieses gerecht aufteilt. In vielen Fällen kommt es auch vor, dass Verwandte nicht über die finanzielle Situation des Verstorbenen Bescheid wussten. Dann werden sie über eventuelle Schulden und Rückstände als auch Vermögen aufgeklärt.

Nachlasspflegschaft

Nach dem Tod einer Person, bei welcher möglicherweise familiäre Unstimmigkeiten auftreten, kümmert sich das Nachlassgericht um die Verwaltung und Sicherung des Vermögens. Das bedeutet, dass eine Person mit dem Nachlass des Verstorbenen beauftragt wird und sich mit der Verteilung an die Erben beschäftigt.

Diese kommt vor allen bei Personen zum Einsatz, welche alleinstehend sind bzw. bei welchen sich niemand um das Erbe kümmert. In solchen Fällen gibt es verschiedene Möglichkeiten, um den Nachlass zu verteilen.

Was ist ein Nachlassverwalter?

Diese Person versucht das Vermögen des Verstorbenen zu verwalten. Sein Aufgabenbereich bezieht sich vor allem auf Vermögen, welche undurchsichtig beziehungsweise große Rückstände, sprich Schulden, aufweisen. Sollte der Verstorbene Schulden angehäuft haben, wird aus seinem Nachlass die Schuld getilgt und nicht mit dem Privatvermögen der Erben.

Diese Person kann sowohl von dem Erben als auch von einem Nachlassgläubiger beauftragt werden. Zu den Aufgaben eines Nachlassverwalters zählen unter anderem die Feststellung der Erbmasse durch Auflistung, die Trennung von Nachlass und privatem Vermögen, die Erstellung der Verbindlichkeiten und die Auflistung der Schulden.

In weiterer Folge beschäftigt er sich auch mit der Begleichung dieser Schulden aus dem Nachlass und den Überschüssen, welche den Erben zugesprochen werden. Es spielt keine Rolle von wem diese Person beauftragt wurde, denn er muss in jedem Fall im Sinne der Erben bzw. des Gläubigers handeln.

Was ist ein Nachlasspfleger?

Diese Person wird vom Nachlassgericht dazu berufen das Vermögen des Verstorbenen aufzunehmen und es anschließend die Erben zunächst zu informieren und anschließend zu beerben. Er wird in sein Amt durch eine Bestellungsurkunde erhoben und beginnt nun das Haus bzw. die Wohnung des Verstorbenen zu betreuen. Er ist dafür zuständig, dass beispielsweise die Katze gefüttert bzw. die Blumen gegossen werden.

Nichtsdestotrotz muss er dem Nachlassgericht Bericht erstatten und ein Nachlassverzeichnis erstellen. In diesem finden sich alle Vermögensgegenstände des Verstorbenen wieder. Dabei werden nicht nur Tische und Schränke sondern auch Schmuck und andere kleine Wertgegenstände aufgelistet. Diese detaillierte Aufstellung ist deshalb notwendig, da dem Pfleger nicht vorgeworfen werden kann, dass er wichtige Gegenstände vergessen habe.

Eine weitere wichtige Aufgabe des Nachlasspflegers ist es sowohl Rechnungen als auch Miete und Mahnungen zu bezahlen.

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Der Erbschein

Diese Urkunde bezeugt wer als Erbe und unter welchen Voraussetzungen eingesetzt wird. Besonders wichtig ist die Ausstellung einer solchen Urkunde, wenn Dritte das Vermögen oder Teile davon erben. Denn nur mit dieser Urkunde ist klar, wer der Rechtsnachfolger und somit Erbe ist.

Eine Vollmacht kann ihn nicht ersetzen und hat keine Gültigkeit. Verzichtet kann auf diese Urkunde werden, wenn der Verstorbene in einem Vertrag einen “Begünstigten auf den Tod” benennt. Sollten Grundstücke oder Immobilien vererbt werden, ist er erforderlich.

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Der digitaler Nachlass

In der heutigen Zeit ist es keine Seltenheit mehr, dass Personen mehrere online Accounts haben und die Passwörter zu diesen verwahren. Doch nach dem Tod dieser Person müssen die E-Mails beantwortet, die Profile gelöscht und Onlineverträge gekündigt werden.

Aus diesem Grund kann schon im Vorhinein ein digitaler Nachlass veranlasst werden. Darin wird ein Begünstigter genannt, welcher alle Passwörter und Zugangsdaten des Verstorbenen erhält.

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Hinweis: Unsere Beiträge sind keine Rechtsberatung, für rechtliche Fragen sprich bitte mit einem Anwalt oder Notar. Fotohinweis: Photo by Modern Affliction on Unsplash

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