Die Sterbegeldversicherung: Alles über Vorsorge, Testament und Co.

Die Sterbegeldversicherung: Alles über Vorsorge, Testament und Co.
20. Oktober 2020 hejlife
In Vorsorge
Die Sterbegeldversicherung: Alles über Vorsorge, Testament und Co.

Ganz unabhängig vom Alter sollte Dir das Thema Nachlass oder digitaler Nachlass vertraut sein. Wer ein Testament frühzeitig aufsetzt und an der richtigen Stelle verwahrt, der sorgt effektiv vor. Die Familie weiß beim Ableben des Betroffenen sofort, was zu tun ist. Das ist gerade dann wichtig, wenn Du Kinder oder einen festen Partner hast. Bei der klassischen Sterbegeldversicherung handelt es sich um eine Todesfallabsicherung, die im Notfall viel wert ist.

Mehr zum Thema Risikolebensversicherung: Was Du über Vorsorge wissen solltest

Bestattungsvorsorge – wesentlich wichtiger als viele Menschen glauben

Eine Sterbegeldversicherung sichert die Kosten für die Bestattung ab und entlastet dadurch die Angehörigen. Meistens ist keine separate Versicherung gemeint, sondern eine Kapitallebensversicherung, die ein Leben lang läuft. Die Versicherungssumme ist vergleichsweise niedrig. In erster Linie geht es darum, dass die Kosten für eine Bestattung und alle anderen Aufwendungen getragen werden. In Zusammenhang mit einem Todesfall kommen viele Kosten auf Hinterbliebene zu, die man manchmal gar nicht abschätzen kann. Zusätzlich zur Trauer werden Angehörige stark belastet, wenn sie in finanzielle Nöte geraten, weil das Grab, der Leichenschmaus und die Verwaltung viel Geld kostet. Das kannst Du verhindern, indem Du Deinen Nachlass und die damit verbundenen Kosten von Vornherein regelst.

An ein Testament denken viele Menschen schon lange vor ihrem Ableben. Hier steht meistens, was die letzten Wünsche des Verstorbenen sind. Ob digitaler Nachlass oder klassischer Nachlass – dort können Angehörige alles nachlesen. Für die Bestattungsvorsorge solltest Du unabhängig vom Testament sorgen.

Vorsorge treffen mit den richtigen Konditionen

Tarif ist nicht gleich Tarif. Wenn Du effektiv vorsorgen möchtest, solltest Du Dich nicht für den erstbesten Versicherer entscheiden, sondern auf vermeintlich kleine Details im Vertrag achten. Traust Du Dir das nicht zu, dann lasse Dich beraten oder frage eine erfahrene Person aus Deinem Bekanntenkreis um Rat.

Meistens werden die Zahlungen in den entsprechenden Verträgen bis zum 65. oder bis zum 85. Lebensjahr veranschlagt. Manche Tarife zielen darauf ab, ein Leben lang zu laufen – und somit auf unbestimmte Zeit gültig zu sein. Alternativ dazu kannst Du Dich für einen Tarif entscheiden, bei dem eine feste Dauer für die Zahlung des Beitrags vereinbart wird. Wichtig ist in dem Fall, dass der Schutz durch die Versicherung auch dann noch gewährleistet wird, wenn Du nicht mehr zahlen musst. Schließlich kann niemand wissen, wie lange er noch zu leben hat. Entscheidest Du Dich für eine befristete Geltungsdauer, wird der Tarif wahrscheinlich günstiger, aber weniger effektiv.

Je länger der Vertrag läuft, desto eher wird sich die Versicherungssumme und die sogenannte Überschussbeteiligung erhöhen. Das ist von Tarif zu Tarif unterschiedlich und sollte daher ebenfalls von Dir geprüft werden.

Die Höhe des Beitrages hängt meistens vom Alter ab, in welchem Du beitrittst. Für den Versicherer ist es natürlich lukrativer, einen jungen Versicherten aufzunehmen, der noch viele Jahre einzahlt. Deshalb lässt sich nicht pauschal sagen, welche Tarife günstiger oder teurer sind.

Kritik an der Vorsorge für den Tod

Diese Art der Risikolebensversicherung ist bei einer zu geringen Versicherungssumme nicht wirtschaftlich. Werden im Todesfall nur 3.000 bis maximal 10.000 Euro ausbezahlt, nachdem Du jahrelang hohe Beiträge eingezahlt hast, geht die Rechnung nicht auf. Während ein digitaler Nachlass oder ein Nachlass im Allgemeinen immer ratsam ist, solltest Du bei der Risikolebensversicherung als Bestattungsvorsorge genau nachrechnen und das Geld eventuell lieber anderweitig anlegen.

Das liegt daran, dass sich die Beitragshöhe nicht in jedem Fall lohnt. Überlege daher vorab genau, wie viel Du einzahlen müsstest, bis die Auszahlung an Angehörige höher ist als der Beitrag, den Du bezahlt hast. Die Beitragszuschläge sind je Versicherer und Tarif recht hoch. Deshalb gilt es an dieser Stelle, exakt zu rechnen. Die Beiträge für junge Menschen sind eher niedrig. Vergessen solltest Du allerdings nicht, dass andere Geldanlagen bzw. Sparformen in wirtschaftlicher Hinsicht sinnvoll sind. Vergleiche genau, bevor Du Dich für diese Art der Vorsorge entscheidest!

Generell gilt: Jeder sollte sich Gedanken machen!

Der Tod ist alles andere als gratis. Willst Du Deine Hinterbliebenen mit einer Sterbegeldversicherung schützen, die oft auch als Todesfallabsicherung bezeichnet wird, ist das eine sehr gute Idee. Sinn ergibt sie vor allem dann, wenn Du nicht möchtest, dass Deine Angehörigen mit den Kosten für die Bestattung überfordert sein werden. Kosten können zum Beispiel für den Grabstein oder eine Urne sowie für die Miete des Grabes entstehen.

Möchten Deine Angehörigen sich gemeinsam von Dir verabschieden, sollten auch die Kosten für einen Trauerredner und für einen Besuch im Restaurant nicht unterschätzt werden. Sofern Du bereits genaue Vorstellungen von Deiner eigenen Bestattung hast, solltest Du diese in einem Testament festhalten. Indem Du Dich intensiv mit dem Thema beschäftigt, kannst Du auch besser abschätzen, welche Kosten auf Hinterbliebene zukommen werden, um all Deine Wünsche in die Tat umzusetzen. Angehörige sind natürlich nicht ausdrücklich dazu verpflichtet, Deine Beerdigung genauso zu gestalten, wie Du das möchtest – jedenfalls nicht, wenn Du keine finanzielle und planerische Vorsorge triffst.

Vergiss nicht, dass neben der Todesfallabsicherung in Form der Risikolebensversicherung auch Dein Nachlass verwaltet werden muss. Bewahre die Dokumente am besten zusammen an einem sicheren Ort auf.


Hinweis: Unsere Beiträge sind keine Rechtsberatung, für rechtliche Fragen sprich bitte mit einem Anwalt oder Notar. Fotohinweis: Titel: Photo by Rémi Walle on Unsplash, Photo by Ryan Crotty on Unsplash, Photo by Radu Florin on Unsplash, Photo by Katherine Hanlon on Unsplash

Comments (0)

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*