Online-Zugänge rechtzeitig verwalten – Digitales Erbe!

Online-Zugänge rechtzeitig verwalten – Digitales Erbe!
1. September 2020 hejlife
In Allgemein
Online-Zugänge rechtzeitig verwalten - Digitales Erbe!

Digitaler Nachlass oder Digitales Erbe: Online-Zugänge rechtzeitig verwalten

Mit dem Thema des eigenen Todes befassen sich die wenigsten Menschen gerne. Trotzdem solltest Du mit dem Begriff digitaler Nachlass / digitales Erbe etwas anfangen können, wenn Du möchtest, dass Deine Online-Zugänge auch nach Deinem Ableben entsprechend verwaltet werden. Wichtig in diesem Kontext: Die von Dir beauftragen Personen oder der Verwalter von Deinem Nachlass muss alle Daten kennen, um Zugriff auf Deine Konten zu erhalten.

Digitales Erbe: Keine Selbstverständlichkeit

Leider ist den wenigsten Menschen bewusst, dass ein Google-Konto und zahlreiche andere Accounts im Bereich Social Media und Co. nicht automatisch gelöscht werden, wenn sie versterben. Manche Personen würden das auch gar nicht wollen. Dir sagt sicherlich die Bezeichnung Influencer etwas? Gerade diese Menschen verdienen mit digitalen Inhalten Geld und ein digitaler Nachlass ist in diesem Fall einiges wert.

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Warum kaum jemand rechtzeitig dafür sorgt, dass Passwörter gesichert, Menschen informiert und Daten für den Ernstfall verwaltet werden, kann man nur raten. Wahrscheinlich liegt es am Thema Tod. Zudem bedenken selbst junge Internetnutzer nicht, dass sowohl sie selbst als auch Hinterbliebene ein leichteres Gewissen haben können, wenn für die Verwaltung des digitalen Erbes gesorgt wird.

Rechtliche Lage alles andere als eindeutig

Es kommt vor, dass Hinterbliebene auf dem Profil eines Verstorbenen mögliche Informationen über dessen Todesursache in Erfahrung bringen wollen. In dem Fall kann der Zugriff auf das Konto der betroffenen Person bei Facebook und Instagram zur Aufklärung beitragen. Dem Zugriff müssten alle Facebook-Freunde zustimmen, weil die Daten auf einem ausgelagerten Server liegen. Die Hinterbliebenen können sich nicht auf das Erbrecht berufen – das haben Gerichte so entschieden. Deshalb gilt: Frühzeitig vorsorgen und alle Zugriffsrechte ausdrücklich regeln!

Tipps zur Sicherung der relevanten Daten

Ganz klar: Zugriff auf Deine Konten können Menschen nur dann bekommen, wenn Sie erstens von deren Existenz wissen und zweitens an die Nutzernamen und Passwörter kommen. Ebenfalls wichtig ist, dass Du den Vertrauenspersonen Zugang zu Deinem E-Mail-Konto ermöglichst. Falls Anbieter wie Microsoft, Google, Facebook oder andere eine Mail zur Verifizierung schicken, sollte der Verwalter Deines Nachlasses diese lesen und den Link anklicken können.

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Es ist wichtig, dass Du einmal genau überlegst, welche Konten es aktuell von Dir gibt. Liste alle auf und lege das Dokument an einem sicheren Ort ab. Die Passwörter und die jeweiligen Nutzernamen schreibst Du entweder in eine separates Dokument oder Du vermerkst sie gleich daneben. Informiere anschließend die Person Deines Vertrauens über den Standort des Dokuments. Sollte Dir etwas passieren, kann derjenige sofort zugreifen und muss nicht erst lange suchen.

Details schriftlich vereinbaren

In Deutschland bist Du in der Regel er auf der sicheren Seite, wenn Du Dinge schriftlich festhältst. Das gilt natürlich auch für das Thema Erbe. Deshalb solltest Du ein kurzes Statement aufsetzen, in welchem Du versicherst, dass eine von Dir namentlich benannte Person nach Deinem Ableben Zugriff auf Deine Konten bekommen soll. Willst Du ganz sichergehen, dass die Form so passt, bringe das Dokument zu einem Anwalt oder lasse es von einem Notar beglaubigen.

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Passwörter effektiv und sicher managen

Wenn Du die Daten zu den einzelnen Kunden nicht in einem digitalen oder sogar auf einem physischen Dokument festhalten möchtest, kannst einen Passwortmanager verwenden. Hier werden die Zugangsdaten zentral hinterlegt und sicher verschlüsselt. Es gibt ein einziges Masterpasswort, mit welchem der Manager bedient werden kann. Dieses sollte auf einem Datenträger hinterlegt sein, zu dem die Person Deines Vertrauens nach Deinem Tod Zutritt erlangt.

Die richtige Person auswählen

In einer schriftlichen Vollmacht hältst Du fest, welche Person Zugriff auf Deine Accounts bei Social Media und bei Google erhalten soll. Die Online-Zugänge müssen dafür am besten einzeln aufgezählt werden. Wähle eine Person, der Du vertraust und die mit Deinen hinterlassenen Inhalten so umgeht, wie Du das offiziell gerne möchtest.

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Hinweis: Unsere Beiträge sind keine Rechtsberatung, für rechtliche Fragen sprich bitte mit einem Anwalt oder Notar. Fotohinweis: Titel: Photo by Brooke Cagle on Unsplash, Small: Photo by Felipe Vieira on Unsplash, Photo by Jed Owen on Unsplash

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