Google und der Tod: der digitale Nachlass

Google und der Tod: der digitale Nachlass
27. Oktober 2020 hejlife
In Social Media
Google und der Tod: der digitale Nachlass

Wenn Menschen an den Nachlass denken, geht ihnen in der Regel ein schriftliches Testament und ein Erbe in Form von Geld, Gegenständen und Immobilien durch den Kopf. Doch es gibt noch ein ganz anderes Erbe, über das man sich heutzutage zu Lebzeiten Gedanken machen sollte: Gemeint ist unser digitaler Nachlass. Diesen hinterlassen wir unter anderem durch Google und Social Media. Wie du in dieser Hinsicht vorsorgen kannst, erfährst du hier!

Unser digitaler Nachlass ist eine noch relativ neue Dimension des Vermächtnisses, das wir hinterlassen, wenn wir sterben. Gerade bei jüngeren Generationen, die sich nativ auf vielen unterschiedlichen Plattformen bewegen. Menschen die eine eine Vielzahl von Kanälen der diversen Social Media mit Inhalten bespielen und nutzen. Bei diesen Person wird der digitale Nachlass zu einer Mammutaufgabe, die von der Familie kaum zu bewerkstelligen ist.

Kaum jemand der Generationen Z und Y wird aus dem Stehgreif in der Lage sein, selbst die unzähligen Websites, Shops und Social Media-Kanäle aufzuzählen, bei welchen er ein Benutzerkonto oder einen Account eingerichtet hat – geschweige denn, welches Kennwort er dafür jeweils nutzt. So ist es auch schwierig, den Zugriff auf den digitalen Nachlass in einem klassischen Testament zu regeln. Doch Hilfe naht von der Seite der zur Zeit größten Suchmaschine im Netz: Google hilft Usern, Vorkehrungen für ihren Todesfalls zu treffen und zumindest hinsichtlich der eigenen Produkte vorzusorgen.

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Das digitale Erbe klug und rechtzeitig regulieren

Viele von uns nutzen das breite Angebot, dass die Produktpalette der bekannten Suchmaschine hergibt. Dazu gehören unter anderem Google Mail, Pay, Photos und Drive. Dort lagern intime Nachrichtenverkehre, Zahlungsinformationen, Familienfotos und private Dokumente – allesamt Daten, die wir nicht bis zum St. Nimmerleins-Tag im weltweiten Netz schwirren wissen möchten.

Wenn auch du einen solchen Account hast, kannst du dein digitales Erbe folgendermaßen steuern:
Zuerst einmal besteht die Möglichkeit, von dir ausgewählte Daten und Inhalte mit einer dir vertrauten Person (zum Beispiel einem Familienangehörigen oder Partner) zu teilen. Nach deinem Tod können diese dir nahestehende Person Google kontaktieren und Einsicht in einige deiner Daten fordern. Dafür muss der oder die Angehörige einen Beweis für deinen Tod, also in der Regel deine Sterbeurkunde, einreichen. Passwörter oder Log-in-Daten teilt der Suchmaschinenriese allerdings nicht mit.

Eine bessere Lösung ist die Verwendung des Inactive Account Managers. Dieser fungiert im Prinzip wie eine Art Testament für dein Benutzerkonto und die damit verbundenen Daten und erlaubt es dir, sehr spezifische Vorkehrungen zu treffen. Die Konfiguration dieses Managers ist außerdem denkbar einfach und nimmt nur wenige Minuten in Anspruch.

Mit Hilfe des Managers kannst du zum Beispiel festlegen, wann von dir bestimmte Maßnahmen überhaupt greifen sollen. Das bedeutet im Klartext: Wie lange soll dein Konto schon inaktiv gewesen sein? Des Weiteren kannst du festlegen, welche Daten du nach deinem Ableben teilen möchtest und wer sie erhalten soll. Die ausgewählte Person wird dann zu gegebenem Zeitpunkt eine Benachrichtigung erhalten, welche ihr mitteilt, dass du bestimmte Daten nach deinem Tod mit ihr teilen wolltest. Die von dir ausgewählte Person (oder Personen, du kannst auch mehrere bestimmen) kannst du außerdem durch eine SMS verifizieren lassen. Schlussendlich kannst du noch bestimmen, ob dein Konto erhalten bleiben oder gelöscht werden soll. Letzteres geschieht automatisch 90 Tage nachdem dein digitaler Erbe benachrichtigt wurde.

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Das digitale Vermächtnis anderer Internetdienste

Auch andere Internetdienste, darunter auch große soziale Medien, bieten Optionen zur Regulierung des digitalen Nachlasses an. Unter den Möglichkeiten befindet sich beispielsweise die Variante, die eigene Profilseite als virtuelles Denkmal nutzbar zu machen. Wenn du zu denjenigen gehörst, die das Internet besonders rege nutzen, lohnt es sich, Vorkehrungen zu treffen. Dies betrifft insbesondere Websites und Kanäle, auf denen du sensible Daten, wie zum Beispiel private Fotos deiner Familie, geteilt hast.

Radikale Offenheit

Eine andere Möglichkeit ist es, all deine Zugangsinformationen zu sämtlichen Diensten, Portalen, Foren, Shops und (sozialen) Diensten zu sammeln und in einem Passwort-Manager oder einem simplen Textdokument abzuspeichern. Zu dem Manager oder Dokument gewährst du anschließend einer nahestehenden Person (oder natürlich mehreren, wenn du das möchtest) Zugang. Nach deinem Ableben kann diese Person, zu der du größtmögliches Vertrauen haben solltest, auf dein digitales Erbe zugreifen und – wenn nötig und von dir gewünscht – eingreifen.

Diese Variante hat den Nachteil, dass dein digitaler Nachlass für diese Person nun vollkommen offen daliegt und sie unter Umständen sehr viel Zeit investieren muss, um sich durch eine große Menge von Daten zu wühlen. Daher ist es anzuraten, zumindest dort, wo ausgewählte Dienste eine Art von digitaler Nachlass-Regelung anbieten, zu nutzen!

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